06.12.2008

Wann platzt die Medizinblase?

 Nun, jeder Markt ist anders und der Medizinmarkt ist keiner und obwohl
ich nicht verstehe, was Medizin mit Geräten zu tun hat, gibt es die und
vor allem die Typen, welche diese Medizinmaschinen verkaufen und die
glauben ohne sie (beide) gehe es nicht. Und ebendiese Typen (nicht die
Geräte) sagen uns frech ins Gesicht, dass ihre Typen (die Geräte) immer
einen guten Preis erzielen, will sagen, überteuert verkauft werden,
weil die Gesundheit eben keinen Preis hat. Hier liegt eine kleine
Verwechslung vor. Es könnte theoretisch nämlich sein, dass eines fernen
Tages ein Politiker oder sogar "der Stimmbürger" merkt, dass zwischen
einem Defibrillator à 10'000 Franken in einer Telefonkabine (müsste
eigentlich "Defibrillatorkabine" heissen, wer braucht schon
Telefonkabinen ausser Defibrillatoren) und Herztodesfällen keine
Beziehung besteht. Wenn man (der Stimmbürger) dann bedenkt, dass der
Herztod ein ganz ehrenvoller Tod ist besonders für Politiker, im
Vergleich mit anderen viel schmerzlicheren Toden, die erst noch sehr
viel mehr kosten, ja dann wünscht man sich ihn (den Tod, nicht den
Politiker aber doch eher für ihn als für sich) rasch herbei und der
Politiker dazu noch kostengünstiger das heisst ohne
Defibrillator(kabine, zumindest für den Stimmbürger). Der Mythos des
teuren aber guten "Gesundheitswesens" werde von den
"Leistungserbringern" am Leben erhalten, heisst es, aber Fakt ist,
Medizin ist Opium der Gerontokratie, daran schleicht sich kein
Politiker vorbei. Wer möchte nicht von Illusionen leben, wenn sie
wohlfeil zu haben sind. Doch wenn die Börse dünner wird...

26.10.2008

Zehn Jahre auf dem Web

Ich hab keine Statistik geführt und auch nicht archäologisch geforscht in meinem Kram, schätze aber, dass es nun etwa 10 Jahre sind, dass ich begonnen habe Homöopathisches ins "Internet" (sagt man so in CH) zu stellen. Zeit für eine Bilanz, mit gemischten Gefühlen, muss ich sagen. Die Patienteninformationen entsprachen damals einem echten Bedürfnis und waren gut besucht. Die "Notfall-Apotheke" ist immer noch aktuell. Die Kollegenschaft hatte dagegen weniger Interesse. Ich war immer der Überzeugung, dass das Medium Möglichkeiten bietet, die sonst nicht umzusetzen sind und habe ganz unterschiedliches versucht. Die Erfahrung ist, dass viele mal vorbeigeschaut haben; von denen, die verstanden haben worum es geht, einige das Angebot nutzen und sozusagen niemand etwas zurückmeldet oder gar beiträgt. Nachdem ich mir dann von Kollegenseite Profilneurose unterstellen lassen musste, beschloss ich, nur noch Anwendungen weiter zu entwickeln, die ich selber intensiv nutze und das in einem geschützten Raum. So läuft mein homöopathisches "Internet" nun privat. Schade und gar nicht im Sinne des Erfinders.

04.10.2008

Zentralverein schlägt zu

Die altehrwürdige HZ - "die wahre Zeitschrift für kritisches homöopathisches Denken" (Rainer G. Appell in selbiger Ausgabe 5/08) - lässt den etwas minder ehrwürdigen aber ebenso alten Deutschen Zentralverein auf eine Jahrestagung vorausblicken:

"Der Schwerpunkt unserer Jahrestagung wird das homöopathische Denken in Familien sein."

Die Phrase jenseits jeglichen Sinns - ausser vielleicht eines homöopathischen, würden Kritiker sagen - lässt Böses ahnen. Und tatsächlich:

"Die drei Königreiche, eben die Pflanzenfamilien, die Tiergattungen und das Periodensystem."

Ende der Ellipse, und dabei hab ich immer gedacht auch in Deutschland hätte sich von oben bis unten rechts die Republik durchgesetzt.

"Seit 20 Jahren erforschen Kollegen in aller Welt diese drei Königreiche..."

Ethnologisch? Auf der Suche nach Atlantis? Aber genug geblödelt:

"... ist das noch Homöopathie nach Hahnemann...?"

Nein. Die Begründung in Kurzfassung: Homöopathie nach Hahnemann ist dann, wenn sie vernünftig, nachvollziehbar und reproduzierbar ist, dem sagt man auch wissenschaftlich. Das ist alles.

"Es wird auch in Zukunft neue Ideen in der Homöopathie geben."

Ach.

"Sicher wird sich nur das auf Dauer durchsetzen, was nachvollziehbar ... ist."

Leider nicht, hat sich ein Furz mal verflüchtigt, kommt gleich der nächste. Wie wohlig fühlt's sich doch im narkotischen Gestank.
Das Königreich meldet sich zurück mit seiner Demagogie,

"Man kann sehr gut mit der Bönninghausen-Methode arbeiten..."

Unterstellung und Lüge folgen zwangslos.

"Auch hierbei werden homöopathische Dogmen in Frage gestellt."


Um nochmals auf das Land Bezug zu nehmen, das die Republik im Namen führt: Republik im Kopf ist, wenn man selber denkt. Republik in der Homöopathie ist, wenn der Arzt sich von der Schule losgesagt hat, sei sie nun die Alte oder durch einen Prinzen aus dem Morgenlande neu gezaubert.